Sonntag, 8. Januar 2012

"She said "If love
If love
Is a poison cup
Then drink it up

Because a sip
A sip
Or a spoonful won't do
Won't do nothing for you
Except mess you up"

And I hope
I hope
Hope you know what this means
I'm gonna give you everything"
M. Ward - Poison Cup

Mittwoch, 21. Dezember 2011

Es ist nie das Schweigen, was wehtut. Es sind die Echos darin.

Donnerstag, 15. Dezember 2011

Aber

Aber das Schweigen, das ist gar keine Wortlosigkeit, denn die Worte, sie fehlen ja gar nicht, sie sind nur kleiner geworden und leichter. Ein bisschen Frühling vielleicht in meinen Gedanken und auf meinen Lippen, male ich damit Spuren auf deine Haut, zum Herz und zurück, damit ich den Weg nicht vergesse und vergesse mich dabei. Doch das Verlieren, das ist gar kein Verlust, dass ist nur ein bisschen mehr du und ohne ein bisschen weniger ich, nur mehr und mehr und mehr sommermorgengelb. Nur meine Hände, die gehen noch nicht immer, wie sie sollen und fassen und halten und warten und manchmal, da fällst du nur einen Augenblick aus meinen Fingern, nur einen Moment lang, einen Moment zu lang, denn meine Hände kennen kein genug. Und manchmal können sie wie ich nicht begreifen und manchmal auch nur nicht verstehen. Dabei habe ich dich nie gesucht und doch immer bei mir, so nah, so unerträglich weit jeder Zentimeter bis zu dir. Und irgendwo in mir leuchten deine Flüsterworte das Schwarz aus mir in die Nacht hinein und in mir bleibt nur deine Wärme. Und diese Stille, die ist gar keine Leere, sie ist nur ein kurzes Innehalten zwischen zwei Atemzügen, zwischen Sehnsucht und dir und mir und dem Bald. Und dieses Schweigen, das ist gar keine Wortlosigkeit, denn die Worte, sie fehlen ja gar nicht, sie sind nur heller jetzt, es sind ja nur meine Augen, die sich an das Licht erst noch gewöhnen müssen, die Worte fehlen ja gar nicht,
das einzige, was fehlt, bist du.

Montag, 5. Dezember 2011

Wiedersehen

Die Augen in Schweigen,
die Hände in Nichts
getaucht, ungefunden
in der Leere

zwischen dir
und mir
und dem Hunger

Suchend deine Finger so rastlos
Verstummend deine Wangen tränenleer

Ein Schritt nach dem anderen, doch:
Ich habe nicht dich, ich habe
den Selbsthass dahinter
dich vorwärtstreiben sehen

Tag
für Tag
für Tag
für Nacht

Doch deine Hände, so viele Waffen sie auch greifen, sie werden
immer einsam bleiben
und schwach,
deine Füße enttäuscht,
so weit sie auch gehen

Und dein Herz
wie dein Bauch
nie mehr voll

Mit tauben Ohren
schreist du dir
Lügen gegen die Stille,
setzt du Messer
gegen den Schmerz

Nacht
für Nacht
für Nacht
für Tag

Die Lippen verriegelt,
die Augen in Schweigen

Dein Lächeln, doch:
Ich habe nicht dich, ich habe
den Hunger dahinter
dich leerlachen sehen

Montag, 28. November 2011

Harboring Black Holes

"Anna Quindlen, in her 2005 short book aptly titled Being Perfect, wrote: 
"Someday, sometime, you will be sitting somewhere. A berm overlooking a pond in Vermont. The lip of the Grand Canyon at sunset. A seat on the subway. And something bad will have happened: You will have lost someone you loved, or failed at something at which you badly wanted to succeed. And sitting there, you will fall into the center of yourself. You will look for some core to sustain you. And if you have been perfect all your life and have managed to meet all the expectations of your family, your friends, your community, your society, chances are excellent that there will be a black hole where that core ought to be."
At the center of most of the young women I now today are black holes. Next to the brilliance, and the creativity, and the idealism is a bubbling, acid pit of guilt and shame and jealousy and restlessness and anxiety. [..] We try to fill these gaping holes with food, blue ribbons, sexual attention, trendy clothes, but no matter how hard we try, they remain. We have called this insatiable hunger by many different names – ambition, drive, pride – but in truth it is a fundamental distrust that we deserve to be on this earth in the shape we are in."

Courtney E. Martin - Perfect Girls, Starving Daughters

Mittwoch, 16. November 2011

Novembermorgen

Erste Sonnenstrahlen fallen durch den Morgennebel. Durch Grau und durch Glas auf dein Gesicht. Milchig gelbe Finger tasten suchend über deine Haut. Zeichnen Netze aus Licht auf deinen Körper. Luft wie Honig. Dein Lächeln zu Gold. Ein sanftes Flimmern in der Stille. Die Zeit vergeht in Herzschlägen. Nur dein Atem. Nur du. Nur dein Atem. Wandert ziellos über meine Wangen, verirrt sich auf meinen Lippen, verfängt sich in meinem Mund. Deine Lider zittern im Nirgendwo zwischen Schlafen und Wachen. Mit meinen Wimpern habe ich deinen Blick eingefangen. Zartbitterschokolade tropft aus deinen Augen in mein Herz. Ich falle in ein Meer aus Dunkelbraun. So tief und so weich. In deine Hände. In dich, nur in dich.

Dienstag, 8. November 2011

Mein zitternder Kopf
in deinen schmalen Schultern
Ich atme luftleer

all die ungesagten Worte
all die ungehörten Schreie
all die ungeweinten Tränen

fast lautlos in dein Ohr,
in deine geschundenen
verwundeten
stummen
Hände

Und du nimmst
mein Herz in den Arm
bis es schweigt.

(Für C., Danke)

Wimpernzittern

Meine Lippen unter Wasser. Nur noch ein Fuß an Land.
Es fallen Worte so wertlos. Und Blicke wie Messer.
Auf mein schneebedecktes Herz. Gedanken zu Eis.
Wimpernzittern, Händeflattern, Pastelltöne.
Die Welt hinter Milchglas.

Münder öffnen sich,
schließen sich,
lächeln und ich --

lächel nicht,
rede nicht,
verstehe nicht.

Verstummt, gelähmt, geleert. Watte statt Worten. Die Augen in Nacht getaucht. Den Mund in Ketten. So wie mein Atem, so wie ich.
Zähneklappern, Lungenbeben, Worteflackern.

Die Zeit tropft zäh in Schlieren über den Asphalt. Fast ebenso grau. Verinnt, verläuft sich. Ich verlaufe mich. In ihr. In mir. Und ertrinke.

Fast spurlos.
"And I can't fall asleep without a little help
It takes a while to settle down
My shivered bones
Until the panic sets

It takes a ocean not to break"
 The National - Terrible Love

Montag, 31. Oktober 2011

Derzeit ist alles ein einziger, ewiger Kreis. Die fast guten Tage, die immer stilleren Tage, die verstummten Tage, die tauben, leeren Tage, die weißen Tage, die grauen Tage, die schwarzen Tage, die Tage im Abgrund und die vielen im Fallen davor. Es ist nur wieder und wieder das selbe.

In meine "Ich bin glücklich"s haben sich erst "vielleicht"s und "eigentlich"s eingeschlichen, bis aus einer Wahrheit eine halbe und schließlich eine Lüge wurde. 

Derzeit weine ich wieder sehr viel. Und ohne das ich jemals wüsste, warum. Ich gehe von Raum zu Raum, ich schalte von Lied zu Lied, ich renne, ich gehe, ich schließe Türen hinter mir. Und wieder und wieder fange ich an, zu weinen. Jeden zweiten Raum, jedes dritte Lied, jeden zehnten Schritt, in Umkleidekabinen und Zugtoiletten, in Hauseingängen und auf dem Boden zusammengerutscht in meinem Zimmer. Mal weine ich leise tropfende Tränen und manchmal so verzweifelt, dass ich fast schreien möchte. Manchmal so tief, dass ich glaube, daran zu ertrinken und manchmal so blass wie ein Spuk. Und jedes Mal denke ich, ich wäre glücklich. Und jedes Mal finde ich mich im nächsten Moment zusammengesunken wieder. Manchmal meine Beine umklammernd vor Angst. Und manchmal mein Gesicht versteckend vor Scham. Ich weine und weine. Auch das Zittern hat wieder begonnen und mein Schweigen. Zwischen der Schlaflosigkeit sind die Albträume wieder da.

Und doch hat sich viel geändert.
Es ist die Krankheit und nicht mein Leben, was mich weinen lässt.
Ich kenne den Unterschied. Noch nicht immer. Nicht oft genug. Aber manchmal. Und dieses "manchmal" lässt mich hoffen.